Fernseher Testsieger 2012
Bei Fernsehern ist es eine große Frage, für welche Technologie man sich entscheiden soll. Röhrenfernseher können keine HDTV-Auflösung darstellen und scheiden heutzutage nahezu aus. Bleiben LCD- bzw. LED-Fernseher und Plasma-Modelle, die beide ihre Vor- und Nachteile besitzen.
LCD-Fernseher
Bei LCD-Fernsehern werden Flüssigkeitskristalle zur Darstellung genutzt. In beleuchteter Umgebung wirkt das Bild eines LCD-Fernsehers meist besser als das eines Plasma-Fernsehers, weil sie eine höhere Leuchtkraft haben. Der Betrachtungswinkel ist aber deutlich kleiner als bei Plasma-Fernsehern. Um die LCD-Technologie zu verbessern, verwenden viele Fernseher inzwischen statt Leuchtstoffröhren LEDs als Hintergrundbeleuchtung. Bei der Direkt-LED-Beleuchtung befinden sich überall LEDs, die individuell an- und abgeschaltet werden können, sodass bessere Schwarzwerte möglich werden. Wird von Edge-LED geredet, befinden sich die LEDs nur am Rand des Bildschirms. Hierdurch wird eine flachere Bauweise möglich, aber dafür ist die Ausleuchtung ungleichmäßiger als bei Direkt-LED-Beleuchtung.
Plasma-Fernseher
Bei Plasma-Bildschirmen wird das Bild durch Gasentladungen erzeugt. Im Gegensatz zu LCD-Fernsehern wirkt ihr Bild am besten in dunklen Räumen. Dort sind ihre Farben natürlicher und ihr Schwarzwert ist besser. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Bild betrachtungswinkelunabhängig ist. Bei besonders großen Modellen ist der Stromverbrauch eines Plasma-Fernsehers höher als der eines vergleichbaren LCD-Modells.
Bei kleinen Fernsehern bis 45 Zoll sind LCD-Fernseher die preisgünstigere Alternative, da Plasma-Fernseher dieser Größe nicht wirtschaftlich zu produzieren sind. Wer viel Wert auf das Spielen mit einer Konsole legt, ist mit einem LCD-Fernseher ebenfalls besser beraten. Wer gerne in dunklen Räumen Heimkinoerlebnisse haben möchte, sollte hingegen eher in Richtung Plasma tendieren. Generell ist aber keine der Technologien besser. Es ist eine reine Frage der Sehgewohnheiten und des Geschmacks.
3D-Fernsehen
Seit 2010 hat fast jeder Hersteller auch 3D-fähige Fernseher in sein Angebot aufgenommen. Durchgesetzt hat sich hierfür bisher nicht die aus dem Kino bekannte Technologie, sondern die Shuttertechnik, die spezielle, teure Brillen benötigt, die Shutter-Brillen. Der Vorteil ist, dass die Fernseher durch diese Technologie nicht wesentlich teurer werden, da sich die Brillen oft nicht im Lieferumfang befinden. Der Nachteil ist, dass für jeden der auf dem Fernseher 3D-Bilder genießen will, eine teure Brille angeschafft werden muss. Einige Fernseher benutzen inzwischen auch die Polarisationstechnik, für die auch die Brillen aus dem Kino verwendet werden können. Das Bild ist flimmerfrei, hat dafür auch eine geringere Auflösung, die aber kaum wahrnehmbar ist. Vorreiter bei der Verbreitung der Polarisationstechnik ist LG.
Auflösung
Bei der Auflösung ist zu unterscheiden zwischen Full HD und HD ready. Bei 32 Zoll und weniger ist zwischen den beiden Formaten kaum ein Unterschied wahrzunehmen. Bei größeren Geräten ist der Unterschied sichtbar, sodass es sich lohnt, in die volle HD-Auflösung zu investieren. Full-HD bedeutet, dass der Fernseher in der Lage ist, 1920 x 1080 Pixel in Vollbildern (1080p) darzustellen. Damit ein Fernseher das Logo HD ready erhält, reicht es aus, wenn das Modell 1280 × 720 Pixeln (720p) in Vollbildern darstellt oder 1920 x 1080 Pixel in Halbbildern (1080i). Die Zahl steht jeweils für die Zeilenzahl, die der Fernseher darstellen kann. Das i steht für interlaced, das heißt es wird das Zeilensprungverfahren verwendet. Progressive ist die ausgeschriebene Variante von p – es bedeutet, dass Vollbilder verwendet werden.
Größe
Um die optimale Größe für die Bilddiagonale herauszufinden, sollte eine Orientierung an der Raumgröße stattfinden. Es gilt, dass der richtige Sitzabstand bei etwa dem fünf- oder sechsfachen der Bildschirmdiagonale liegt. Bei einem Fernseher mit 80 Zentimeter Bilddiagonale sollte das Sofa folglich etwa vier Meter entfernt stehen. Besser als jede Berechnung ist es aber, selbst einen Eindruck zu gewinnen. Die persönlichen Vorlieben sind neben dem Geldbeutel auch ein wichtiges Entscheidungskriterium.
Eingebaute Empfänger
Die meisten Fernseher können das Fernsehprogramm aus mehr als einer Quelle empfangen. Was möglich ist, hängt von den integrierten Receivern ab. Die meisten Geräte haben standardmäßig einen DVB-T- und einen DVB-C-Receiver. Damit kann Fernsehen über Antenne oder Kabel geguckt werden. Wer eine Satellitenschüssel auf dem Dach hat, sollte drauf achten, dass auch ein DVB-S-Receiver eingebaut ist. Ansonsten ist es natürlich möglich sich ein weiteres Gerät ins Wohnzimmer zu stellen.
Sonstige Funktionen
Internet
Viele Fernseher können ins Heimnetzwerk angeschlossen werden – über LAN oder oft auch über WLAN. Dies eröffnet die Möglichkeit, mit dem Fernseher Angebote aus dem Internet zu gucken. Was genau möglich ist, hängt vom Hersteller ab. Viele erlauben nur das eigene Portal zu nutzen, worüber zum Beispiel YouTube geschaut werden kann. Andere erlauben auch das freie Browsen. Mit der Fernbedienung ist dies aber nur der halbe Spaß wie am PC.
HbbTV
HbbTV, oder auch Smart-TV ist eine neue Entwicklung, um dem TV-Zuschauer weitergehende Informationen bereitzustellen. Momentan wird die Funktion wie ein erweiterter Videotext genutzt. In der Zukunft ist aber noch viel möglich: Läuft beispielsweise eine Kochsendung im Fernsehen, kann der Sender dank HbbTV das komplette Rezept bebildert darstellen. Zusätzlich könnte er auch noch Bestellmöglichkeiten zu den benötigten Zutaten anbieten. Auch zusätzliche Videos könnten hier ihren Platz finden.
Testberichte
Stärker als von der verwendeten Technologie hängt die Bildqualität vom jeweiligen Modell ab. Die Bildqualität kann entweder im Geschäft selbst getestet und bewertet werden oder die Qualitätsbeurteilung wird mithilfe von Testberichten vorgenommen. Gute Tests sind in Fachmagazinen zu finden, dazu zählen Satvision, Heimkino und andere. Auch die verschiedenen Hefte und der Online-Auftritt von CHIP versammeln viele hilfreiche Testberichte. Stiftung Warentest bietet Tests zu jeder relevanten Produktart – so natürlich auch zu Fernsehern. Hier findet man nicht nur etwas über die Bildqualität, sondern auch über mögliche Schadstoffe heraus. Wem das noch nicht genug ist, kann sich eine der vielen weiteren Quellen aussuchen, die Testberichte zum Thema Fernseher veröffentlichen.